Rosa Note

Mit Schwulen ist das so eine Sache. Lauter Diven, die sich in den Vordergrund drängen. Bei der Rosa Note ist das nicht anders. Kaum gibt es eine Solorolle zu vergeben, gehen 25 Hände in die Höhe. Jeder denkt von sich "Ich bin ein Star" und will mit seinem riesigen Organ die anderen an die Wand singen. Doch heimlich - und das wird niemand zugeben - sind alle nur scharf auf "Tom". Jeder will mit ihm ein Schäferstündchen und er lacht sich ins Fäustchen. Abschreckend wirkt da höchstens dieser fürchterliche Mundgeruch, der die Nebensitzer "Atemlos" macht. Die Mischung aus Knoblauch, Zwiebeln und Kippen beleidigt Nase und Stimmbänder. In diesen Momenten verflucht so mancher seine Idee: "Frag die Oma". Diese gab ihm nämlich, als er einsam und verlassen ganz ohne Freunde in seiner Wohnung vegetierte, den Tipp doch einmal beim schwulen Chor vorbeizuschauen, der am Donnerstag in Stuttgart probt. In ihrem neuen Programm "Choralverkehr" besingt sich die Rosa Note, Stuttgarts schwuler Chor, selbst. Die 25 Sänger unter der Leitung von Amadeus Hoffmann zeigen auf der Bühne neben schwungvollen Choreografien auch viel Selbstironie. Die Texte sind selbst geschrieben und Pianist Marius Traus begleitet die Lieder aus den Bereichen Pop, Schlager, Musical bis hin zu alten Volksweisen und Klassik. Für Requisite und Licht sorgt Gerd Adelmann. Wird dann alles zusammengefügt, ist auch das neue Programm "Choralverkehr" wieder Chorkabarett total.
Rosa Note - Stuttgart